Landkreis Schwäbisch Hall

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Geflügelpestausbruch im Rems-Murr-Kreis - Beobachtungsgebiet reicht bis in den Landkreis Schwäbisch Hall

[Artikel vom 01.04.2021]

In der Gemeinde Auenwald im Rems-Murr-Kreis wurde am 26.03.2021 der Ausbruch der Geflügelpest (Hochpathogene aviäre Influenza vom Typ H5N8) in einem Geflügelbetrieb amtlich festgestellt. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben in der Geflügelpestverordnung muss in solchen Fällen ein Sperrbezirk mit mindestens 3 km Radius und ein Beobachtungsgebiet mit mindestens 10 km Radius um den Seuchenbetrieb eingerichtet werden. Die Ortschaft Wolfenbrück der Gemeinde Oberrot im Landkreis Schwäbisch Hall liegt im 10 km Radius und damit im Beobachtungsgebiet.
Die Geflügelbetriebe in dem Beobachtungsgebiet unterliegen verschiedenen Auflagen, die das Landratsamt Schwäbisch Hall – Veterinäramt über eine Allgemeinverfügung öffentlich bekannt gemacht hat.
So müssen Geflügelhalter im Beobachtungsgebiet beispielsweise dem Veterinäramt die Anzahl der gehaltenen Vögel mit Standort melden, gleiches gilt für verendete Vögel. Die Geflügelhalter müssen ferner die Ställe gegen unbefugten Zutritt sichern sowie Schutzkleidung beim Betreten der Stallungen tragen, verschiedene Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchführen sowie weitere Biosicherheitsmaßnahmen beachten. Außerdem ist das Geflügel aufzustallen oder in eine Vorrichtung zu bringen, die einen vergleichbaren Schutz gegen Wildvögel bietet.

Die genaue Beschreibung des Beobachtungsgebietes im Landkreis Schwäbisch Hall sowie die Auflistung sämtlicher Auflagen für die Geflügelhalter ist der auf der Homepage des Landratsamts unter
https://www.lrasha.de/de/aktuelles/oeffentliche-bekanntmachungen/
eingestellten Allgemeinverfügung zu entnehmen.
Unabhängig vom Standort der Geflügelhaltung werden die Geflügelhalter im gesamten Landkreis Schwäbisch Hall gebeten, bei einem verdächtigen Krankheitsgeschehen in ihrem Bestand wie erhöhte Sterberaten oder Veränderungen bei der Legeleistung, rasch einen Tierarzt hinzuzuziehen und großen Wert auf Biosicherheitsmaßnahmen in ihrem Betrieb zu legen.
Entsprechende Merkblätter sind ebenfalls auf der Homepage des Landratsamts Schwäbisch Hall unter
https://www.lrasha.de/de/buergerservice/elektronische-dienste/formulare-a-z-infoblaetter/veterinaerwesen-und-verbraucherschutz
eingestellt.
Hintergrundinformation:
Aviäre Influenza umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit, deren natürlicher Reservoirwirt wild lebende Wasservögel sind. Die Klassische Geflügelpest ist eine besonders schwer verlaufende Form der aviären Influenza und wird durch sehr virulente (hochpathogene) Stämme aviärer Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 hervorgerufen. Im jetzt aktuellen Fall in Rems-Murr-Kreis wurde hochpathogenes aviäres Influenzavirus vom Typ H5N8 nachgewiesen.
Der Ausbruch geht auf eine Lieferung von Junghennen aus einem Geflügelbetrieb in Nordrhein-Westfalen zurück. Der Junghennenbetrieb aus Nordrhein-Westfalen hatte zahlreiche kleinere Geflügelbetriebe in Baden-Württemberg v.a. im Regierungsbezirk Freiburg beliefert. Die Krankheit verläuft bei Hausgeflügel meist unter schweren allgemeinen Krankheitszeichen. Bei Hühnern und Puten können innerhalb weniger Tage bis zu 100 % der Tiere erkranken und sterben. Die wirtschaftlichen Verluste sind entsprechend hoch. Enten und Gänse erkranken oftmals weniger schwer. Auch ist die Sterberate bei erkrankten Enten und Gänsen wesentlich geringer und kann bei milden Verläufen gänzlich übersehen werden.
Anzahl und Schwere der Seuchenausbrüche haben in den letzten Jahren weltweit stark zugenommen. Aktuell werden deutschlandweit Fälle von Geflügelpest sowohl bei Wildvögeln als auch bei gehaltenem Geflügel festgestellt. Weitere Informationen zur Geflügelpest sind auf den Seiten des Friedrich-Loeffler-Institutes unter www.fli.de abzurufen.


Hinweis

Die Inhalte werden vom Landratsamt Schwäbisch Hall gepflegt. Bei Fragen oder Anregungen bitte an das Landratsamt Schwäbisch Hall wenden.

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