Landkreis Schwäbisch Hall

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Aktion "Sicherer Schulweg"

[Artikel vom 13.09.2019]

Gemeinsame Pressemeldung des Landratsamtes Schwäbisch Hall, der Städte Schwäbisch Hall und Crailsheim

Auch im Schuljahr 2019/2020 soll die Sicherheit an Schulwegen wieder bestmöglich gewährleistet werden. Hierfür ist es wichtig, neben den Schülern auch die übrigen Verkehrsteilnehmer erneut für die Gefahren des Straßenverkehrs zu sensibilisieren und die gegenseitige Rücksichtnahme zu stärken. „Für alle Verkehrsteilnehmer heißt es jetzt erst recht aufpassen und Rücksicht nehmen“, appelliert Landrat Gerhard Bauer.

Der Sommer geht zwar noch ein paar Tage in die Verlängerung, die Sommerferien 2019 sind aber zu Ende. Für viele Schülerinnen und Schüler heißt das, dass es wieder zurück auf die Schulbank geht. Während die älteren Schüler ihren Schulalltag schon kennen, fängt für viele Erstklässler nun ein neuer Lebensabschnitt in der Grundschule an. Der ein oder andere Neuling mag seinen Schulweg schon einmal abgelaufen sein und für die älteren Schüler ist er eigentlich schon Routine. Dennoch gilt für alle: erhöhte Aufmerksamkeit auf dem Schulweg.

Kinder sind mithin die schwächsten Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr. Während die Erwachsenen meist in Autos oder LKWs sitzen, sind die Kinder oft als Fußgänger oder Radfahrer unterwegs. Das bedeutet auch, dass ein Unfall für sie wesentlich schwerwiegendere Folgen haben kann, als für einen Autofahrer oder eine Autofahrerin. Dabei haben wir Erwachsene es auch mit in der Hand, ob unsere Kinder gesund und wohlbehalten in der Schule und am Nachmittag dann wieder zuhause ankommen. Wir kennen doch unseren Weg zur Arbeit. Wir wissen, dass auf unserem Weg eine Schule liegt. Wir sehen ja die Kinder jeden Morgen an der Bushaltestelle, auf dem Weg zur Schule. So dringend ist unser Termin nicht, dass wir dafür das Risiko, ein Kind anzufahren, in Kauf nehmen müssen. Und der Anruf oder die Nachricht auf dem Handy können bestimmt noch bis zur Ankunft warten. Auch wenn wir selbst unsere Kinder im Auto haben und diese damit relativ geschützt sind, sollten wir dennoch auch auf die Schulkameraden und –kameradinnen unserer Kinder achten.

Bedenken Sie, Elterntaxis tragen erheblich dazu dabei, dass sich das Risiko, auf dem Schulweg im Straßenverkehr verletzt zu werden, für Kinder erhöht. Der oft unkontrollierte Parkverkehr vor Schulen, Wendemanöver und die Tatsache, dass sich Kinder zwischen Autos bewegen, gefährden dabei unsere Liebsten. Dazu kommt, dass wir unseren Kindern die Möglichkeit nehmen, richtiges Verhalten im Straßenverkehr zu erlernen, zu üben und die Unwägbarkeiten des täglichen Gangs zu verinnerlichen. Und gerade weil Elterntaxis sich weiterhin großer Beliebtheit erfreuen, ist es uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Schulweg unserer Kinder doch relativ sicher ist. Der irrige Glaube, die Schulkinder würden am sichersten im eigenen Auto zur Schule gelangen, trägt gerade zur Erhöhung der Gefahr bei.

Im Jahr 2018 ereigneten sich in Baden-Württemberg 470 Verkehrsunfälle auf dem Schulweg. Es kam glücklicherweise kein Kind auf dem Schulweg ums Leben. Es wurden 79 Kinder und Jugendliche schwer und 393 leicht verletzt.

Auch im Jahr 2019 führt die Polizei in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und den Großen Kreisstädten verstärkt Verkehrskontrollen im Umfeld von Kindergärten und Schulen durch. Ziel ist es, die Alltagsroutine zu durchbrechen und den Verkehrsteilnehmern die bestehenden Verkehrsregeln in Erinnerung zu rufen. Dies bedeutet auch, die Verkehrsteilnehmer entsprechend zu sanktionieren, wenn sie gegen diese Verkehrsregeln verstoßen.

Besondere Schwerpunkte bei den Kontrollen sind:

  • Überwachung der Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht,
  • Geschwindigkeitskontrollen, insbesondere an Stellen mit erhöhten Unfallgefahren für Kinder und Jugendliche und im Bereich der Schulwege,
  • Verhalten der Kraftfahrer gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulbussen, an Bushaltestellen sowie Fußgängerfurten und Fußgängerüberwegen,
  • Ahndung von Verstößen gegen Park- oder Haltverbote und die Nutzung von Mobiltelefonen im engen Umfeld von Schulen, Kindergärten oder geschützten Überwegen,
  • Überprüfung der technischen Sicherheit der von Schülerinnen und Schülern genutzten öffentlichen Verkehrsmitteln im Straßenverkehr,
  • Überwachung des Schülerverhaltens auf den Schulwegen und Radschulwegen. Die Nutzung eines Radhelmes sollte ausdrücklich empfohlen werden.

Das Augenmerk der Kontrollen liegt dabei nicht nur auf einer Gruppe von Verkehrsteilnehmern. Es geht vielmehr darum, sämtliche Personengruppen, die am Straßenverkehr teilnehmen, zu Schuljahresbeginn für die Gefahren des Schulwegs zu sensibilisieren.

Was Eltern tun können, um ihren Kleinen den Start ins Schuljahr so sicher und angenehm zu gestalten?

  • Üben Sie mit Ihrem Kind den Schulweg. Weisen Sie Ihr Kind auf die Gefahrenstellen hin und wie es sich sicher im Straßenverkehr bewegen kann.
  • Lassen Sie Ihre Kinder zu Fuß zur Schule gehen oder nutzen Sie den Bus. Mit dem Fahrrad sollen die Schüler erst zur Schule fahren, wenn sie die Radfahrausbildung absolviert haben.
  • Wenn es denn sein muss, dass Sie Ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, dann achten Sie immer darauf, dass Sie die gängigen Sicherungsmöglichkeiten beherzigen.
  • Seien Sie Ihren eigenen und fremden Kindern im Straßenverkehr stets ein Vorbild.

Zusätzlich zu den Kontrollen auf den Straßen gibt es zahlreiche Projekte zur Verkehrssicherheit. In vielen Schulen hat die Polizei Vorträge gehalten und wird, wie immer das Jahr über, mit den ABC-Schützen das korrekte Verhalten im Straßenverkehr im Rahmen des Schulwegtrainings einüben. „Das kleine Zebra“, das erfolgreiche Präventionstheater, freut sich auch in diesem Schuljahr schon wieder auf spannende und lustige Begegnungen mit den Kindern.

Für die größeren Schüler gibt es die Möglichkeit mit Unterstützung der Polizei Verkehrssicherheitstage an weiterführenden Schulen durchzuführen und natürlich kommen alle Viertklässler an allen Grundschulen in den Genuss der Radfahrausbildung, die von der Polizei in Zusammenarbeit mit den Verkehrswachten durchgeführt wird. Die Landesverkehrswacht (LVW) unterstützt die Maßnahmen zur Aktion „Sicherer Schulweg“ auf örtlicher Ebene auch in diesem Jahr wieder. Für die an der Aktion Beteiligten, stellt die LVW Groß-Plakate mit dem Titel „Schulanfänger – Verkehrsanfänger“ und Spannbänder „Schule hat begonnen“ zur Verfügung.

Weitere Informationen und Tipps zum sicheren Schulweg finden Sie im Internet unter:

www.gib-acht-im-verkehr.de
www.bus-fahren-aber-richtig.gib-acht-im-verkehr.de
www.schuetze-dein-bestes.de
http://schuelerfairkehr.gib-acht-im-verkehr.de
https://im.badenwuerttemberg.de/de/sicherheit/polizei/praevention/verkehrspraevention
www.das-kleine-zebra.de

Hinweis

Die Inhalte werden vom Landratsamt Schwäbisch Hall gepflegt. Bei Fragen oder Anregungen bitte an das Landratsamt Schwäbisch Hall wenden.

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