Landkreis Schwäbisch Hall

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Afrikanischen Schweinepest erreicht Deutschland: Landkreis Schwäbisch Hall ist gut vorbereitet

[Artikel vom 16.09.2020]

Am 10.09.2020 wurde erstmals der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein in Deutschland festgestellt. In Brandenburg nahe der polnischen Grenze konnte der Erreger bei einem gefundenen Wildschweinkadaver durch das Friedrich-Loeffler-Institut nachgewiesen werden. Nachdem die Tierseuche seit Jahren in Osteuropa grassiert und zwischenzeitlich an der polnischen Grenze zu Deutschland angekommen ist, könnte das totgefundene Wildschwein von dort aus eingewandert sein. Die Seuchenfeststellung hat zum einen direkte Auswirkungen auf die betroffenen Landkreise um die Fundstelle. So wird ein sogenanntes gefährdetes Gebiet als Restriktionszone eingerichtet werden, in dem zahlreiche Einschränkungen für die schweinehaltenden Betriebe, die Jagd, aber auch die Betretungsrechte für die Bevölkerung gelten.

Die Feststellung der ASP in Deutschland hat jedoch auch massive indirekte Auswirkungen auf die Schweinehalter im gesamten Deutschland. So haben bereits jetzt zahlreiche Drittländer vor allem in Asien und Südamerika, einen Importstopp für Schweinefleisch- und Schweinefleischprodukte verhängt, was auch massive wirtschaftliche Auswirkungen auf die schweinehaltenden Betriebe im Landkreis und die Schlachtbetriebe hat.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Viruserkrankung, die nur Haus- und Wildschweine befällt und nicht auf den Menschen übertragen werden kann. Eine Impfung der Schweine gegen die Afrikanische Schweinepest ist derzeit nicht möglich.

Die Übertragung und Weiterverbreitung der Tierseuche erfolgt entweder direkt von Schwein zu Schwein oder indirekt vor allem über Lebensmittel wie Rohwurst oder Schinken von infizierten Schweinen.

Vordringliches Ziel muss jetzt sein, die Seuche in Brandenburg möglichst rasch einzugrenzen, sowie zu verhindern, dass die Seuche in weiteren Gebieten Deutschlands auftritt.

Das Landratsamt Schwäbisch Hall bittet daher die Bevölkerung keine schweinefleischhaltigen Lebensmittel achtlos in der Natur zu entsorgen und damit möglicherweise das Virus in die Wildschweinpopulation einzutragen.

Die Schweinehalter im Landkreis sind aufgerufen, die bekannten Biosicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung des Viruseintrags in die Ställe strikt einzuhalten. Hierzu wurden die Landwirte in den letzten Jahren mehrfach in Informationsveranstaltungen des Veterinäramts geschult. Vertreter von Jägerschaft und Forst, der Landwirtschaft sowie den Kommunen wurden regelmäßig über den ein bis zwei Mal pro Jahr im Landratsamt tagenden Jagdbeirat über die vorbeugenden oder im Falle des ASP-Ausbruchs bei Wild- oder Hausschweinen zu treffenden Maßnahmen informiert. Nachdem es viel wahrscheinlicher ist, dass die ASP in einer Region zunächst bei Wildschweinen ausbricht, wird die Jägerschaft im Landkreis gebeten, bei den bereits bisher durchgeführten Monitoringmaßnahmen, wie der Einsendung von Blutproben erlegter Wildschweine, nicht nachzulassen. Das Landratsamt Schwäbisch Hall weist die Jäger insbesondere darauf hin, dass jedes tot aufgefundene oder durch einen Unfall zu Tode gekommene Wildschwein mittels Tupfer- oder Blutprobe untersucht und ordnungsgemäß entsorgt werden muss. Die Jägerschaft wird auch angehalten, die bei der Erlegung und Verarbeitung anfallenden Teile von Schwarzwild wie Innereien, Schwarten und Zerlegeabfällen ordnungsgemäß zu beseitigen. Hierzu hat das Landratsamt insgesamt 12 gleichmäßig im Landkreis verteilte, sogenannte Verwahrstellen eingerichtet, von wo aus das Material regelmäßig durch die Tierkörperbeseitigungsanstalt abgeholt wird. Zusätzlich können die Abfälle direkt bei der Tierkörpersammelstelle in Sulzdorf zu den üblichen Geschäftszeiten abgeliefert werden.
Die Standorte der Verwahrstellen sind auf der Homepage des Landratsamtes eingestellt. Klicken Sie hier
Als weitere Maßnahme hat das Landratsamt Schwäbisch Hall bereits seit Jahren einen Vorsorgevertrag mit einem privaten Dienstleister, der die Behörde bei einem ASP-Ausbruch in einem Hausschweinebestand im Landkreis bei den dann vorgeschriebenen Tötungs-, Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen in den Betrieben professionell unterstützt. In Gerabronn wurde zusätzlich ein Logistikzentrum eingerichtet, in dem zahlreiche Ausrüstungsgegenstände für die ASP-Bekämpfung, wie z.B. Schutzkleidung oder Desinfektionsmittel, vorrätig gehalten werden.

Weiterführende Informationen zur Afrikanischen Schweinepest, die Sicherheitsmaßnahmen wie auch die Maßnahmen, die nach der Feststellung der Seuche zu treffen sind, können auch auf der Homepage des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg abgerufen werden. Klicken Sie hier.

Darüber hinaus steht das Veterinäramt des Landratsamtes unter Tel.: 07904/7007-3240 für Auskünfte zur Verfügung.

 

Verwahrstelle Übrigshausen
Verwahrstelle Übrigshausen

Hinweis

Die Inhalte werden vom Landratsamt Schwäbisch Hall gepflegt. Bei Fragen oder Anregungen bitte an das Landratsamt Schwäbisch Hall wenden.

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