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Unabhängig und klimaschonend heizen mit Nahwärme

[Artikel vom 01.08.2017]

Ist es an der Zeit, eine veraltete Heizungsanlage zu ersetzen, lohnt der Blick auf Alternativen. Neben der Umstellung auf erneuerbare Energie gibt es vielerorts die Möglichkeit des Anschlusses an ein Wärmenetz, auch Nahwärme genannt.
Wärmenetze verteilen Wärme aus Anlagen, die beispielsweise mit Biomasse, Abwärme aus Gewerbe und Industrie, Solarthermie oder Erdwärme betrieben werden, in den Haushalten. Das ist besonders günstig und klimafreundlich, da die Anlagen mehr Effizienz bei der Wärmeerzeugung generieren und die Nutzung erneuerbarer Energien vereinfachen. Auch Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) gehören maßgeblich dazu. Sie werden heute noch mit Erdgas betrieben und nutzen den Brennstoff bestmöglich aus.
Vorteile für die Kunden: Eine sichere, zuverlässige Wärmeversorgung oft mit heimischen Energieträgern, mehr Platz im Keller, die Heizungswartung entfällt. In der Heizzentrale kann der jeweils günstigste Brenn-stoff eingesetzt werden.
Die Förderung wurde nun erhöht: Für das Programm „Energieeffiziente Wärmenetze“ erhöhte die baden-württembergische Landesregierung kürzlich die Fördersumme. Kommunen und Investoren, die ein Wärmenetz planen und bauen wollen, können bis zu 400.000 Euro Förderung aus dem Topf beantragen. „Je mehr Bürgerinnen und Bürger sich für den Anschluss an ein lokales Wärmenetz interessieren, desto schneller wird diese günstige und klimaschonende Heiz-Variante ausgebaut“, ist Heinz Kastenholz, Leiter des energieZENTRUMs, sich sicher. Er empfiehlt, sich vor Ort zu informieren.
Welche Vorteile bieten Wärmenetze?
1) Preiswert und sauber
In der Heizzentrale eines Wärmenetzes stehen oft verschiedene Energiequellen zur Verfügung, z.B. ein Holzhackschnitzelkessel, ein Blockheizkraftwerk oder auch eine Solarwärmeanlage sein. Dem Betreiber ist es damit möglich, den jeweils günstigsten Energieträger zu nutzen. Dabei arbeiten die großen Anlagen effizienter und kostengünstiger als kleine Haushaltsanlagen.
Wichtig für den Verbraucher: Der Netzbetreiber und Wärmelieferant, an den man sich bindet, sollte seine Kosten transparent machen.
2) Wenig Aufwand, wenig Platzbedarf
Ist der alte Heizkessel einmal raus, gibt es Platz im Keller. Denn die Wärmeübergabestation eines Wär-menetzes braucht sehr wenig Raum. Und wer das Warmwasser über einen Durchlauferhitzer erwärmt, gewinnt zusätzlich Platz. Außerdem fallen die Wartung der Heizungsanlage, das Beschaffen des Brenn-stoffes und die Schornsteinfegertermine weg. 
3) Kundenwerbung bringt echte Vorteile
Je mehr Haushalte und Gebäude an ein Wärmenetz angeschlossen sind, desto effizienter kann es arbei-ten. Denn jedes Wärmenetz hat Verluste. Diese hängen wesentlich von der Qualität der Dämmung ab. Außerdem sind in verdichtet bebauten, urbanen Gebieten sind die Verluste anteilig viel niedriger als in dörflichen Siedlungen. In der Regel bleiben sie unter 20 Prozent der eingespeisten Wärme, häufig noch deutlich darunter. „Je mehr Kunden sich an ein Wärmenetz anschließen, desto günstiger wird es also“, fast Heinz Kastenholz zusammen.
Anfangshürde muss überwunden werden
Für ein Wärmenetz kommen viele Konzepte in Frage, da Nahwärmesysteme sehr flexibel sind. Welche Variante die Basis des Wärmenetzes bildet, ist relativ egal. Entscheidend für dessen Entstehen und Aus-bau ist das Überwinden einer Anfangshürde: Eine Mindestzahl von Gebäuden muss an das Netz ange-schlossen sein, damit es wirtschaftlich betrieben werden kann. Das gilt für Neubaugebiete, vor allem aber für bestehende Quartiere. „Je mehr Menschen sich für ein Wärmenetz entscheiden oder bei Ihrer Kom-mune oder Ihrem Energieversorger danach fragen, desto schneller steigt also die Chance, diese zu-kunftsträchtige Art der Wärmeversorgung voranzubringen“, sagt Kastenholz.
 
„Zu guter Letzt taucht bei Interessierten immer wieder einmal die Frage auf, ob sie nicht Angst haben müssen, ihre eigene Wärmeversorgung aus der Hand zu geben oder nicht mehr ‚autark‘ zu sein“, sagt Heinz Kastenholz. „Die Antwort ist: nein. Wir stellen uns diese Frage doch auch nicht bei der Wasserver-sorgung oder der Abwasserentsorgung. Eher sind wir froh, an ein großes leistungsfähiges Kanalnetz angeschlossen zu sein. Niemand trauert dem Brunnen im Garten nach.“ Genau so können (künftige) Nah-wärme-Kunden es betrachten - sofern die Preisgestaltung transparent ist.
Informationen zu allen umweltfreundlichen Heizsystemen, zu energetischem Sanieren und allen relevanten Förderprogrammen für Haushalte, Kommunen und Unternehmen gibt es beim unabhängig beratenden energieZENTRUM, der regionalen Energieagentur des Landkreises Schwäbisch Hall.
Kontakt: energieZENTRUM, Heinz Kastenholz, Telefon: 07904  945 99-13, E-Mail: info(@)energie-zentrum.com.

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Die Inhalte werden vom Landratsamt Schwäbisch Hall gepflegt. Bei Fragen oder Anregungen bitte an das Landratsamt Schwäbisch Hall wenden.

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