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Lehrerinnen aus Osteuropa besuchen das Forstamt

[Artikel vom 03.09.2018]

Konrad Leicht vom Forstamt Schwäbisch Hall überreicht den Lehrerinnen Ludmila Lazutova, Elena Elzova und Bálint Erzsébet (von links nach rechts) Informationsmaterial zu den Wäldern des Landkreises. Foto: Forstamt
Konrad Leicht vom Forstamt Schwäbisch Hall überreicht den Lehrerinnen Ludmila Lazutova, Elena Elzova und Bálint Erzsébet (von links nach rechts) Informationsmaterial zu den Wäldern des Landkreises. Foto: Forstamt

Landkreis. Drei Deutschlehrerinnen aus Russland und Rumänien besuchten das Forst-amt. Im Rahmen eines zweiwöchigen landeskundlichen Seminars des Schwäbisch Haller Goethe-Instituts informierten sie sich über die Grundsätze der nachhaltigen Forstwirtschaft in Deutschland.
Ein schweißtreibender Fußmarsch vom Spitalhof hoch hinauf in die Kreuzäcker stand am Anfang des Besuchs. Im Forstamt angelangt, skizzierte Konrad Leicht, Trainee des höheren Forstdienstes, die Waldverhältnisse in Deutschland. Anders als in Russland, das annähernd zu 45 Prozent von Wald bedeckt ist, ist Deutschlands Landesfläche nur zu einem Drittel bewaldet. Rumänien verfügt mit 27 Prozent über ein gutes Viertel Waldanteil an der Landesfläche. Die Frage der Pädagoginnen, wieviel Holz in Deutschlands Wäldern steht, veranschaulichte Leicht am Beispiel eines massiven Holzturms mit einer Grundfläche von drei mal drei Metern, der bis zum Mond reicht. 
Bálint Erzsébet aus Rumänien fiel auf, dass in Deutschland keine großen Kahlflächen im Wald zu sehen seien und schloss dazu die Frage an, wie denn in Deutschland das Holz geerntet werde. In Rumänien seien Kahlschläge noch häufig anzutreffen. „In Deutschland dagegen erfolgt die Holzernte einzelbaumweise“, erklärte Leicht weiter, „so dass durch forstliche Eingriffe keine Kahlschläge entstehen.“ Zuvor sind aber bereits das Zuwachspotenzial der Wälder ermittelt und die sich daraus ergebenden Nutzungsmöglichkeiten bestimmt worden. So wird sichergestellt, dass dem Wald nie mehr Holz entnommen wird als in der entsprechenden Periode auch wieder zuwächst. Innerhalb der so festgelegten Grenzen begutachten und markieren die Revierförster jeden einzelnen zur Entnahme anstehenden Baum.
Überrascht zeigten sich die Gäste, als sie erfuhren, dass der Ursprung dieser Arbeitsweise im 18. Jahrhundert begründet liegt. Hans Carl von Carlowitz, Oberberghauptmann aus Freiberg in Sachsen, formulierte im Jahr 1713 das forstliche Nachhaltigkeitsprinzip. So sei dem Wald nur so viel Holz zu entnehmen, wie auch wieder nachwachen könne.
Begeistert waren die Lehrerinnen besonders von der Vielfalt der waldpädagogischen An-gebote der deutschen Forstbetriebe. Im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bildet die Waldpädagogik zusammen mit Freizeit- und Erholungsangeboten und festen Sozialstandards für die in der Forstwirtschaft Beschäftigten eine zweite Säule der nachhaltigen Forstwirtschaft.
Elena Elzova will zukünftig in ihrer Schule in Russland versuchen, Bildung im Lernort Wald und zum Thema Wald stärker zu fördern. Im Verlauf des Gesprächs verwies Leicht schließlich auf die forstlichen Aktivitäten zur Bewahrung und Verbesserung der biologi-schen Vielfalt als dritte Säule der nachhaltigen Forstwirtschaft. Der Dreiklang von Rohstofferzeugung, Lebensqualität für die Bevölkerung und die im Wald arbeitenden Menschen sowie die Bewahrung der Umwelt macht das Nachhaltigkeitsverständnis der Forstbetriebe in Deutschland aus.
Bevor die Gruppe den Rückweg in Richtung Altstadt antrat, erhielt jede Lehrerin noch eine Präsenttasche mit Informationsmaterial und Produkten aus heimischen Wäldern. 
                        lra

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