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Medizinische Versorgungszentren und Telemedizin

[Artikel vom 06.11.2018]

Medizinische Versorgungszentren und Telemedizin
Kreistag befasst sich in Klausurtagung mit dem Gesundheitswesen im Kreis
 
Die ambulante ärztliche bzw. hausärztliche Versorgung ist eine große Herausforderung, insbesondere im ländlichen Raum. Ärzte in Wohnortnähe zu haben, ist ein sehr wichtiger Baustein der Daseinsvorsorge, weshalb hier zunehmend Kommunen einspringen und Lösungen suchen, um entstehende Lücken abzudecken. Vor diesem Hintergrund hat sich der Kreistag des Landkreises Schwäbisch Hall bei seiner letzten Klausurtagung Mitte Oktober mit der ambulanten ärztlichen Versorgung und der Ärztenachwuchsgewinnung, mit den Möglichkeiten für die Gründung von kommunalen Medizinischen Versorgungszentren, mit den Chancen der Telemedizin und mit der stationären Versorgung beschäftigt.
 
Landrat Gerhard Bauer erinnerte in der Tagung an die 2014 von der Kommunalen Gesundheitskonferenz durchgeführte Umfrage unter den Arztpraxen im Landkreis. Aus den Rückläufen war zu erkennen, dass schon zu dieser Zeit jeder 4. Hausarzt über 61 Jahre alt war. Knapp 50 % der Umfrageteilnehmer waren 51 bis 60 Jahre alt. Aufgrund dieser Entwicklung und der großen Probleme, Praxisnachfolger zu finden, beschäftigen sich bereits viele Akteure mit diesem Thema. „Dank unseres Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) beim Klinikum Crailsheim konnten bereits Arztpraxen in Stimpfach und Gerabronn gesichert werden.“, so der Landrat. „Vor allem junge Ärzte begeben sich heute lieber in ein Anstellungsverhältnis mit festen Arbeitszeiten als das Risiko und die Finanzierung einer eigenen Praxis zu stemmen.“ Kommunale MVZs würden daher für Städte und Gemeinden immer interessanter.
 
Der Vortrag der neuen Gesundheitsmanagerin des Landkreises, Sophia Joksch, belegte dies. Sie berichtete in der Klausurtagung über ihre im Sommer durchgeführten Gespräche mit den Städten und Gemeinden im Kreis. Hier zeigte sich, dass die Gründung eines eigenen MVZ bzw. die Einrichtung einer Nebenbetriebsstätte des MVZ Crailsheim als wesentliche Handlungsmöglichkeiten gesehen werden, um vor Ort Vertragsarztsitze zu sichern. Weiter informierte sie über Möglichkeiten und Wege zur Gewinnung von Ärztenachwuchs.
 
Medizinrecht-Experte Dr. Christian Wittmann, Rechtsanwalt und Partner bei BRP Renaud und Partner mbB, Stuttgart, referierte anschließend über die Gründung und den Betrieb kommunaler medizinischer Versorgungszentren. Als Schwerpunkte in seinem Vortrag setzte er die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Auswahl der geeigneten Rechtsform, die Betriebs- und Geschäftsführung eines MVZ, Erfolgskriterien für die Arztsuche und Kooperationsmöglichkeiten.
 
Von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) Stuttgart, informierte der
stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. med. Johannes Fechner über das Telemedizinprojekt docdirekt der KVBW. Ergänzend berichtete er über die Versorgungsgrade mit Hausärzten im Landkreis Schwäbisch Hall und ging dabei auch auf das Problem der Überlastung bei den stationären Notaufnahmen ein. Nach dem Vorbild des in der Schweiz erfolgreich laufenden Konzeptes bietet docdirekt die Möglichkeit für Patienten, sich bei medizinisch ausgebildetem Personal Rat zu suchen. Dort kann dann telefonisch bzw. über Videoverbindung weitergeholfen werden: Es können elektronisch Rezepte erstellt, Krankschreibungen ausgestellt und ggf. Arzttermine vermittelt werden.

 
Die Referenten brachten sich jeweils in die Diskussion ein und stellten sich für Fragen der Kreistagsmitglieder, die sehr zahlreich teilgenommen hatten, zur Verfügung. Im Weiteren wurde auch über die aktuelle Situation bei der stationären medizinischen Versorgung im Landkreis Schwäbisch Hall informiert und fraktionsübergreifend diskutiert.
 
„Wir wollen uns im Kreistag intensiv mit der Materie befassen und das kommunalpolitisch Machbare tun, um für unsere Bevölkerung die bestmögliche Gesundheitsversorgung zu erreichen.“, so Landrat Gerhard Bauer. Die neue Gesundheitsmanagerin des Landkreises wird dabei eine wichtige Unterstützung leisten.

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