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Landkreis bereitet sich vorsorglich auf Afrikanische Schweinepest vor

[Artikel vom 11.01.2019]

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei Wild- und Hausschweinen ist Anfang September 2018 erstmals in Belgien aufgetreten und damit bis auf 60 Kilometer an Deutschland herangerückt. Im Landkreis Schwäbisch Hall wurde nun eine Sachverständigengruppe eingerichtet. Sie legt zusammen mit der Sachverständigen- und der Kompetenzgruppe des Landes die für den Ausbruchsfall zu treffenden Maßnahmen fest und koordiniert.

Das ASP-Virus kann glücklicherweise nicht auf den Menschen übertragen werden. Trotzdem müssen zahlreiche Maßnahmen ergriffen werden, um das Ausbreiten der Seuche zu verhindern. Im Falle eines Ausbruchs der ASP bei Wildschweinen wird um den Fundort ein gefährdetes Gebiet von etwa 70.000 Hektar eingerichtet, mit einer Kernzone von ca. 3.000 Hektar um den Fundort. Nach dem bereits verabschiedeten Maßnahmenplan des Landes ist in Baden-Württemberg vorgesehen, das Kerngebiet mit einem Elektrozaun einzuzäunen. Damit soll verhindert werden, dass die dort lebenden Wildschweine durch Wanderungsbewegungen die Seuche weiter verbreiten können.

Weitere Maßnahmen im Kerngebiet wie Nutzungsbeschränkungen oder -verbote von land- und forstwirtschaftlichen Flächen, Einschränkungen bei Fahrzeug- und Personenverkehr sowie die verstärkte Suche nach toten Wildschweinen können im Einzelfall angeordnet werden. Im Anschluss an das gefährdete Gebiet wird eine Pufferzone eingerichtet, die weitere ca. 200.000 Hektar umfasst. Für die schweinehaltenden Betriebe in den Restriktionszonen gelten umfangreiche Vermarktungsbeschränkungen. Gleiches gilt für das Fleisch erlegter, gesunder Wildschweine.

Sachverständigengrupppe im Landkreis Schwäbisch Hall eingerichtet
Im Landkreis Schwäbisch Hall wurde eine Sachverständigengruppe eingerichtet, die zusammen mit der Sachverständigen- und der Kompetenzgruppe des Landes die für den Ausbruchsfall zu treffenden Maßnahmen festlegt und koordiniert. Diese besteht aus Vertretern der Veterinär- und der Jagdbehörde, der Landwirtschafts- und der Forstverwaltung, des Ordnungs- und Straßenbauamts sowie Vertretern der Jägervereinigungen.

Im Falle des Auftretens der ASP sind zunächst zwei zentrale Maßnahmen zu ergreifen. Erstens muss das sogenannte Kerngebiet mit einer Größe von rund 3.000 Hektar um den Fundort des positiv beprobten Wildschweins zeitnah eingezäunt werden. Dazu werden vom Land 40 Kilometer Elektrozaun sowie Personal zum Aufbau bereitgestellt. Zweitens muss nach dem Einzäunen im betroffenen Gebiet regelmäßig und systematisch nach verendeten Wildschweinen gesucht werden.

„Um für den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein, plant das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in diesem Jahr unter Beteiligung des Landkreises Schwäbisch Hall eine Übung durchzuführen, bei der der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest simuliert wird“, erklärt der Erste Landesbeamte im Landkreis Schwäbisch Hall, Michael Knaus, der diese Sachverständigengruppe leitet. „Je geringer die Schwarzwilddichte, desto geringer wird das Risiko eines Ausbruches der ASP.“ Die Jäger sind daher aufgerufen, das Schwarzwild weiter intensiv zu bejagen. Durch die Aufhebung der allgemeinen Schonzeit für Schwarzwild, können die Wildschweine jetzt unter Beachtung des Muttertierschutzes ganzjährig bejagt werden. Jedes in ihrem Revier tot aufgefundene Wildschwein muss dem Veterinäramt gemeldet werden. Hierzu gehört auch Unfallwild. Um direkt Proben nehmen zu können, wurden bereits Probensets an die Jägerschaft verteilt. Weitere Sets können jederzeit beim Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz bezogen werden.

Als weitere wichtige Vorbeugemaßnahme hat der Landkreis zwölf sogenannte Verwahrstellen (siehe Karte ganz unten auf dieser Seite) eingerichtet, die gleichmäßig im Landkreis verteilt sind. Dort können die Jäger verendete Wildschweine nach der Beprobung entsorgen sowie sämtliche Innereien und Zerlegeabfälle abliefern. Diese werden anschließend von der Tierkörperbeseitigungsanstalt abgeholt.

Zur Verhinderung des Viruseintrags in Hausschweinebestände werden auch die Landwirte angehalten, alle notwendigen Hygienemaßnahmen in ihren Betrieben zu ergreifen.

Hintergrundinfo:
Nachdem sich die ASP bei Wild- und Hausschweinen in den osteuropäischen EU-Staaten des Baltikums, sowie Polen, Rumänien und Ungarn seit 2013 dramatisch ausgebreitet hat, ist die Seuche Anfang September 2018 erstmals in Belgien aufgetreten und damit bis auf 60 Kilometer an Deutschland herangerückt. Diese Entfernung kann durch Wanderungsbewegungen der Wildschweine in relativ kurzer Zeit überwunden werden, weshalb sich die Bedrohungslage für Deutschland dramatisch erhöht hat. Die Einschleppungsursache nach Belgien waren vermutlich virushaltige Fleischwaren aus Osteuropa, die im Fahrzeugtransit achtlos in der Natur weggeworfen wurden.

Hinweis

Die Inhalte werden vom Landratsamt Schwäbisch Hall gepflegt. Bei Fragen oder Anregungen bitte an das Landratsamt Schwäbisch Hall wenden.

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