Landkreis Schwäbisch Hall

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Harter Winter reißt tiefe Löcher

[Artikel vom 30.03.2010]

„Besonders schlimm war es ab Anfang Februar, als der notwendige Salznachschub nicht mehr geliefert werden konnte“, erinnert sich Kurt Maschka, der Leiter des Betriebsdienstes im Amt für Straßenbau und Nahverkehr. Die Winterdienstler hätten gerne gestreut, mussten sich aber wegen dieser Lieferungsengpässe aufs Räumen beschränken. Aber die Verkehrsteilnehmer scheinen sich recht gut auf die herrschenden und ungewohnten Bedingungen eingestellt zu haben. Kurt Maschka: „Im Großen und Ganzen haben sich die Autofahrer schnell der Situation angepasst.“

Bei der Sole, die dem Salz beigemischt wird, damit es besser haftet, wurde es noch enger: Bereits im Januar gab es da Lieferschwierigkeiten. Insgesamt wurden während des vergangenen Winters 590 Tonnen Sole ausgebracht. Für den Wintereinsatz fielen in der vergangenen Saison an zwischen 90 und 95 Einsatztagen (Kurt Maschka: „In ‚normalen’ Wintern sind es 50 bis 60 Tage“) insgesamt 10800 Dienststunden an, 5800 Überstunden weist die Statistik aus. Dabei ging es neben dem „normalen Winterdienst“ darum, Schneewehen mit Schneefräsen und –schleudern zu Leibe zu rücken, teils auch mit Radladern. Tageweise mussten sogar einzelne Streckenabschnitte für den Straßenverkehr gesperrt werden und im Raum Mainhardt / Gaildorf fielen zusätzliche Sonderschichten an, weil ein Schwertransporter unterwegs war.

Landrat Gerhard Bauer weiß, dass es eine harte Saison für seine Leute vom Winterdienst war: „Sie haben unglaublich viel geleistet, bei den massiven Schneefällen gab es ja so gut wie keine Zeit, einmal Luft zu holen.“ Dabei arbeiteten die Straßenwärter im Winterdienst oft unter Extrembedingungen, wie der Haller Kreisverwaltungschef weiter ausführt. Es sei enorm anstrengend, bei dichtem Schneetreiben mit den Räumfahrzeugen unterwegs zu sein. Oft erschwerten auch verstopfte Strecken den Dienst zusätzlich, weil Autofahrer liegen geblieben seien. Gerhard Bauer: „Alle Achtung davor, wie die Winterdienstler diese Aufgabe gemeistert haben.“

Was der Winter für Folgekosten mit sich bringt, ist nach Ansicht von Marcel Haderer, dem Fachbereichsleiter Betrieb und Verkehr im Amt Straßenbau und Nahverkehr, noch gar nicht absehbar: „Wir schätzen, dass wir doppelt so viele Schäden an unseren Fahrbahn haben, wie im Vorjahr“, sagt er. Momentan seien die Straßenwärter dabei, die einzelnen Schäden aufzunehmen, bevor es ans Richten geht. A propos Richten: Da stellt sich natürlich die Frage, wie die Reparaturen der zahlreichen Straßenschäden finanziert werden sollen: Laut Kämmerer Werner Schmidt ist leider eines schon klar: „Wie eigentlich bei allen anderen Kreisen, Städten und Kommunen im Land auch werden unsere eigenen Mittel da hinten und vorne nicht ausreichen.“

Werner Schmidt rechnet in diesem Jahr mit einem Unterhaltungsaufwand auf Bundes- und Landesstraßen von mindestens 775000 Euro. „Eingeplant sind nur 375000 Euro. Der Mehraufwand von 400000 Euro kann nur finanziert werden, wenn Bund und Land den Straßenmeistereien mehr Mittel zuweisen“, sagt er. Für die Kreisstraßen sehe es etwas besser aus. Werner Schmidt: „Wir rechnen mit etwa 70000 Euro Mehrkosten für die Reparatur der Winterschäden. Insgesamt stehen dieses Jahr 450000 Euro für die Unterhaltung der Kreisstraßen zur Verfügung."

Die Streckenwärter Manfred Brückner (rechts) und Bernd Schneider von der Straßenmeisterei Schwäbisch Hall haben jetzt, wie ihre anderen Kollegen im Landkreis auch, damit begonnen, die ersten Winterschäden auszubessern.                                                             Foto: pv
Die Streckenwärter Manfred Brückner (rechts) und Bernd Schneider von der Straßenmeisterei Schwäbisch Hall haben jetzt, wie ihre anderen Kollegen im Landkreis auch, damit begonnen, die ersten Winterschäden auszubessern. Foto: pv

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