Landkreis Schwäbisch Hall

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Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Coronavirus

[Artikel vom 13.03.2020]

 

Der Informationsbedarf zum Coronavirus ist riesig. Regelmäßig trifft sich deshalb ein Koordinierungsstab zum Umgang mit dem Coronavirus im Landkreis Schwäbisch Hall. Beteiligt sind neben Landrat Gerhard Bauer und der Kreisverwaltung weitere Vertreter der niedergelassenen Ärzte, der Kliniken, der Städte und Gemeinden, des Deutschen Roten Kreuzes und der Polizei. Im Folgenden werden häufige Fragen gestellt und beantwortet.

Wie kann ich mich anstecken? Wie lange ist die Inkubationszeit?
Nach bisherigem Kenntnisstand ist der Hauptübertragungsweg die Tröpfcheninfektion. Diese Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch und kann vorrangig über die Schleimhäute oder Atemwege, aber auch durch den Kontakt über die Hände übertragen werden. Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung 1 bis 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten. Im Durchschnitt beträgt die sogenannte Inkubationszeit 5 bis 6 Tage.

Welche Symptome deuten auf Corona hin, welche nicht?
Die häufigsten Symptome treten in Form typischen Erkältungssymptome wie z.B. Fieber, trockener Husten, Abgeschlagenheit, Halskratzen sowie Kopf- und Gliederschmerzen auf. In seltenen Fällen litten Betroffene unter Übelkeit und Durchfall. Sehr oft geht ein Geruchs- und Geschmacksverlust mit diesem Krankheitsbild einher. Die Krankheitsverläufe unterscheiden sich allerdings stark voneinander, weshalb sich keine allgemeingültigen Aussagen zum „typischen“ Krankheitsverlauf machen lassen. Eine Infektion kann ohne Krankheitszeichen ablaufen, es sind aber auch Krankheitsverläufe mit schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen möglich. Am häufigsten sind jedoch milde Krankheitsverläufe.

Wenn Symptome auftauchen: Was sind die nächsten Schritte? Wie gehe ich vor? Bei wem muss ich mich melden?
Erster Ansprechpartner bei Symptomen ist der Hausarzt. Melden Sie sich unbedingt zuerst telefonisch und nicht vor Ort in der Praxis um Ansteckungen zu vermeiden. Dieser entscheidet, ob es sich um einen begründeten Verdachtsfall handelt.

Sollte der Verdacht auf eine normale Grippe oder Erkältung fallen: Was soll ich dann tun?
Bleiben Sie möglichst zu Hause und schränken Sie persönliche Begegnungen, soweit es geht, ein. Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber und halten Sie die Hygieneregeln sowie die Hust- und Niesetikette ein.

Ab wann wird getestet?
Getestet wird bei begründetem Verdacht auf eine Infektion. Das heißt: Menschen mit schweren Krankheitssymptomen der Atemwege und direktem Kontakt zu einem bestätigen Corona-Erkrankten innerhalb der letzten 14 Tage. Dasselbe gilt für Menschen mit Krankheitssymptomen, die sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Wie laufen Test und Diagnostik ab?
Nach wie vor, sollten sich Patienten bei Verdacht zuerst bei ihrem Hausarzt melden. Dieser wird im begründeten Verdachtsfall eine Überweisung für eine der Drive-In-Testzentren in Michelfeld oder Crailsheim ausstellen. Montag bis Freitag von 18.30 bis 19.30 Uhr kann mit dem Fahrzeug an den Corona Drive-in-Zentren vorgefahren werden. Der Zugang zum Drive-In ist nur mit Überweisung, vom Hausarzt vorbereiteten Abstrichröhrchen und Personalausweis möglich. Die Ärzte sind mit Schutzkleidung ausgestattet und entnehmen direkt am Auto einen Abstrich für den Test. Bis das Testergebnis eingegangen ist, müssen die Patienten in häuslicher Isolation bleiben.

Sollte tatsächlich das Coronavirus gefunden werden: Was tun?
Für Corona-Erkrankte wird amtlich eine Quarantäne angeordnet. Die Quarantäne gilt auch für Haushaltsangehörige und direkte Kontaktpersonen.

Bei schwerer Symptomatik: Was tun? Rettungsdienst rufen? Klassisch die 112?
Der Rettungsdienst unter 112 kann, unabhängig von Corona, gerufen werden, wenn akut eine erste Gefahr für die Gesundheit besteht und andere Möglichkeiten nicht zur Verfügung stehen.

Welche Zeiten gilt es zu beachten? / Ab wann gilt man wieder als gesund? Nach 2 Wochen Quarantäne und 48 Stunden Symptomfreiheit gilt man als nicht mehr infektiös. Bei Symptomen wird die Quarantäne um eine Woche verlängert. Stationäre Patienten werden aktuell vor Entlassung nach Symptomenfreiheit nochmal getestet.

Ist man nach einer überstandenen Infektion immun?
Dazu gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine gesicherten Erkenntnisse.

Ab wann gehört man zur Risikogruppe?
Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Raucherinnen und Raucher sind eher betroffen. Für diese Risikogruppen ist es besonders wichtig, das Risiko einer Infektion größtmöglich zu mindern.

Tipps zur Beruhigung der Bevölkerung?
Es gilt Ruhe zu bewahren und soziale Kontakte zu meiden. Hamsterkäufe sind auch weiterhin nicht notwendig, die Versorgung mit Lebensmitteln ist weiterhin gesichert. Der Handel hat zugesichert, auf die verstärkte Nachfrage zu reagieren und das Sortiment aufzustocken.

Wichtige Telefonnummer(n)?
Die Corona Hotline des Landratsamts Schwäbisch Hall unter der Rufnummer 0791 755 7400 ist besetzt an Werktagen von 9 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 16 Uhr. Für alle Fragen zum Coronavirus hat das Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart eine Hotline für Rat suchende Bürgerinnen und Bürger eingerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind erreichbar montags bis sonntags zwischen 9 und 18 Uhr telefonisch unter 0711/904-39555. Außerhalb dieser Erreichbarkeiten oder außerhalb der Öffnungszeiten der Hausärzte können sich Personen im Verdachtsfall an die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes wenden unter der bundesweiten Rufnummer 116117. Wählen Sie diese Nummer ohne Vorwahl von einem Festnetzanschluss.
Auf der Homepage des Landkreises Schwäbisch Hall gibt es zusätzlich zahlreiche Links und Informationen.

Was kann die Bevölkerung tun, um eine Verbreitung des Virus bestmöglich entgegen zu wirken?
Landrat Gerhard Bauer bittet die Bevölkerung eindringlich: „Reduzieren Sie Ihre Sozialkontakte auf das Nötigste und bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause. Das ist absolut notwendig, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.“

Mein Arbeitgeber möchte einen negativen Test. Ich habe keine Symptome. Kann ich mich testen lassen?
Bei gesunden Personen besteht keinerlei Grund, rein vorsorglich einen Abstrich machen zu lassen.


Wer muss sich testen lassen?
Nur, wer einen begründeten Verdacht hat. Das bedeutet: Menschen mit Krankheitssymptomen der Atemwege und direktem Kontakt zu einem bestätigen Corona-Erkrankten innerhalb der letzten 14 Tage. Dasselbe gilt für Menschen mit Krankheitssymptomen, die sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Risikogebiete finden Sie unter: www.rki.de/covid-19-risikogebiete


Ich war in einem Risikogebiet und fühle mich nicht krank. Was mache ich?
Personen, die innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet waren, wird empfohlen, unabhängig von Symptomen unnötige Kontakte zu vermeiden und vorläufig zu Hause zu bleiben. Wenn innerhalb der nächsten 14 Tage Symptome wie Fieber, Schnupfen, Husten, Muskelschmerzen oder Durchfall auftreten, setzen Sie sich unbedingt telefonisch mit Ihrem Hausarzt in Verbindung. Wichtig: Nicht persönlich eine Praxis oder Klinik aufsuchen, sondern sich erst telefonisch beraten lassen.


Darf mein Kind in die Schule oder in den Kindergarten?
Es bestehen keine Bedenken gegen den Kindergarten- und Schulbesuch, sofern Sie und Ihre Kinder keinen Kontakt zu einem Corona-Erkrankten hatten und sich nicht in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Die Kinderbetreuung in Kindertagesstätten ist momentan bis auf die Notfallbetreuung ausgesetzt. Sind Tagesmütter eine Alternative?
Nein. Unsere Landesregierung hat per Rechtverordnung beschlossen, dass auch der Betrieb von Kindertagespflege untersagt wird.
 

Gibt es diesbezüglich Ausnahmen?
Tagespflegepersonen, die Kinder von sogenannten „systemrelevanten“ Eltern betreuen, dürfen diese in eigener Verantwortung und mit Zustimmung der Eltern weiter betreuen. Sollte dies keine Alternative darstellen, dann können sich die Eltern bezüglich einer Notbetreuung an ihre Heimatgemeinde wenden. Seit 27.04.2020 ist auch die „erweiterte Notbetreuung“ möglich. Das bedeutet, dass auch Kinder bei denen beide Erziehungsberechtigte beziehungsweise die oder der Alleinerziehende einen außerhalb der Wohnung präsenzpflichtigen Arbeitsplatz haben und für ihren Arbeitgeber dort als unabkömmlich gelten Anspruch auf Notbetreuung haben.  Für die Inanspruchnahme der Notbetreuung haben die Eltern sowohl eine Bestätigung des Arbeitgebers zur Unabkömmlichkeit vorzulegen als auch selbst zu erklären, dass eine familiäre oder anderweitige Betreuung nicht möglich ist.
 

Kann mein unter dreijähriges Kind bei einer Tagesmutter i. R. der erweiterten Notbetreuung betreut werden?
Wenn der Allerziehende oder beide Elternteile einen präsenzpflichtigen Arbeitsplatz haben und dort unabkömmlich sind, sowie keine familiäre oder anderweitige Betreuung möglich ist, kann dies geprüft werden.
 

Mein Kind ist über drei Jahre alt und ich benötige eine Notbetreuung, ist dies bei einer Tagesmutter möglich?
Die Betreuung von über drei jährigen Kindern wird von den zuständigen Wohnortgemeinden organisiert. Nur ergänzend oder bei besonderem Bedarf des Kindes ist eine Notbetreuung bei einer Tagesmutter möglich.

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?
Wie bei Influenza und anderen Atemwegserkrankungen schützen das Einhalten der Husten- und Nießetikette, eine gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (etwa 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des Corona-Virus. Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle jederzeit und überall zu empfehlen.
Hygienetipps finden Sie unter: https://www.infektionsschutz.de/fileadmin/infektionsschutz.de/Bilder/Infografiken/vorschau_hygienetipps.png


Warum ist gründliches Händewaschen so wichtig?
Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife schützt vor einer Vielzahl von Infektionskrankheiten. Das Händewaschen sollte mindestens 20 Sekunden dauern. Ausführliche Informationen finden Sie unter: https://www.infektionsschutz.de/haendewaschen.html#c6361

Coronaviren werden in der Regel über Sekrete des Atmungstrakts übertragen. Gelangen diese Sekrete über die Hände beispielsweise an Mund und Augen, kann so eine Übertragung stattfinden. Deshalb ist Handhygiene ein wichtiger Teil der Vorbeugung.


Wer wird unter Quarantäne gestellt?
Quarantäne wird amtlich angeordnet für Corona-Erkrankte und ihre Haushaltsangehörigen sowie für direkte Kontaktpersonen. Kontaktpersonen von Kontaktpersonen fallen nicht darunter.


Wir haben keinen Mund-Nasen-Schutz. Benötige ich einen solchen Schutz?
Aktuell besteht kein Anlass, in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.
 

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