Landkreis Schwäbisch Hall

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Corona-Krise: Zahl der noch infizierten Personen sinkt kontinuierlich

[Artikel vom 30.04.2020]

Seit Montag, 27.04.2020, gilt die Maskenpflicht im Einzelhandel und im ÖPNV, und auch hier hält sich die ganz überwiegende Zahl der Menschen im Landkreis an die Vorgaben und achtet auf Abstand. Ab Montag, 04.05.2020, beginnt der eingeschränkte Schulbetrieb und die Schulen haben sich darauf entsprechend vorbereitet. „Deshalb hoffe ich sehr, dass auch diese Lockerungen keine neue Infektionswelle auslösen, sondern wir Schritt für Schritt zur Normalität zurückkehren können.“, betont der Landrat.

Zum Stand Mittwoch, 29.04.2020, 17.00 Uhr, wurden seit dem Beginn der Corona-Pandemie insgesamt 998 bestätigte Corona-Erkrankte registriert. 46 Corona-Erkrankte aus dem Landkreis Schwäbisch Hall sind bisher an dem Virus verstorben. 748 Corona-Erkrankte sind inzwischen wieder vollständig gesundet. zum Stand 29.04.2020 sind im Landkreis Schwäbisch Hall deshalb noch 204 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Weiteres zum aktuellen Stand:
 
Tägliche Lagebesprechung und regelmäßige Sitzungen des Koordinierungsstabs
Die Verwaltungsspitze des Landratsamts trifft sich weiterhin täglich zu Lagebesprechungen. Der Koordinierungsstab hat zuletzt am Mittwoch, 29.04.2020, per Videokonferenz getagt.

Gesundheitsamt
In den vergangenen zwei Wochen mussten vom Gesundheitsamt Bewohner und Beschäftigte weiterer Einrichtungen unter Quarantäne gestellt werden:
- Johannes-Brenz-Haus in Blaufelden
-  ein Wohnbereich im Pflegeheim Gerabronn und eine Wohngruppe des Sonnenhofs in Gaildorf
-  eine zweite Wohngruppe des Sonnenhofs in Gaildorf. Alle Personen in den Wohngruppen des Sonnenhofs in Gaildorf und die betroffenen Beschäftigten wurden auf das Coronavirus getestet.
-  Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Schrozberg, Zeller Weg 19, sind als Infizierte bzw. Kontaktpersonen unter Quarantäne. Da sich herausgestellt hat, dass die Bewohner Zeller Weg 19 und 21 ständig im Austausch waren, wurde die Quarantäne auf die Bewohner des Gebäudes Nr. 21 ausgedehnt. Um beide Häuser wurde ein Bauzaun erstellt, damit niemand das Grundstück betritt. Diese Aktion hat in beiden Häusern für erhebliche Unruhe gesorgt. Zwischenzeitlich hat sich die Situation wieder beruhigt. Das Landratsamt hat 2 Sozialarbeiter für beide Häuser im Einsatz. Weiterhin wurde eine Security-Firma beauftragt, die inzwischen mit 4 Personen vor Ort ist. Die Versorgung der Bewohner wird über das Landratsamt sichergestellt.
 
Bei der LebensWerkstatt für Menschen mit Behinderung e. V. in Crailsheim konnte die verhängte Quarantäne am 22.04.2020 wieder aufgehoben werden.
 
Wegen der relativ niedrigen Zahl der neu infizierten Personen konnte die Kontaktpersonennachverfolgung im Gesundheitsamt inzwischen personell reduziert werden. Auch der Sonntagsdienst im Gesundheitsamt ist inzwischen nicht mehr notwendig. Bei der Info-Hotline im Gesundheitsamt ist die Zahl der Anrufe zurückgegangen, so dass die Besetzung der Hotline wieder auf Montag bis Freitag beschränkt werden konnte. Bei Bedarf kann die personelle Besetzung aber jederzeit wieder ausgedehnt werden. Aktuell verstärken das Gesundheitsamt noch rund 60 Mitarbeiter/innen aus anderen Bereichen des Landratsamts.
 
Klinische Versorgung im Landkreis
Glücklicherweise hat sich die Lage an den Kliniken im Landkreis weiter stabilisiert und entspannt. Im Klinikum Crailsheim werden am 30.04.2020  8 Corona-Patienten stationär behandelt, davon 1 auf Intensivstation. Hinzu kommen 10 stationär versorgte Verdachtsfälle. Im Diakoneo Diak Schwäbisch Hall sind zum gleichen Stand 13 stationäre Corona-Patienten, davon 8 auf Intensivstation. Zusätzlich werden dort 3 Verdachtsfälle stationär behandelt. Auch die Personalsituation hat sich inzwischen etwas entspannt, da erkrankte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder in den Dienst zurückgekehrt sind.
Parallel wird der Normalbetrieb in den Kliniken mit den planbaren Behandlungen wieder hochgefahren.
 
Fieberambulanzen und Abstrichzentren
Auf Veranlassung der Kreisärzteschaften Schwäbisch Hall und Crailsheim ist die Situation hier wie folgt: In Michelfeld ist das Abstrichzentrum noch in Betrieb, während die Fieberambulanz geschlossen ist. In Crailsheim ist es umgekehrt. Hier ist das Abstrichzentrum geschlossen, die Fieberambulanz für Verdachtsfälle läuft aber weiter. Der Betrieb läuft jeweils sehr gut und die Patientenzahlen liegen auf einem relativ niedrigen Niveau.
 
Landkreisverwaltung
Kundinnen und Kunden der Landkreisverwaltung können sich wie bisher schon telefonisch oder elektronisch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wenden bzw. nach vorheriger telefonischer oder elektronischer Terminabsprache persönlich bedient werden. Dies wird bis auf weiteres zunächst so beibehalten.
Insbesondere für eine Terminvereinbarung bei den Kfz-Zulassungsstellen in Schwäbisch Hall und Crailsheim sowie bei der Führerscheinstelle stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter telefonisch bzw. nach Terminabsprache zur Verfügung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in den vergangenen Wochen mittels Meinungskarten mehrfaches Lob von den Bürgerinnen und Bürgern erhalten. Gelobt wurden vor allem die funktionierenden Abläufe von der Terminvereinbarung an, die unkomplizierte und freundliche Abwicklung und das Einhalten der Abstände.
„Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danke ich sehr für Ihren engagierten und unvermindert großen Einsatz in dieser Krisenzeit.“, sagt Landrat Gerhard Bauer. „Auch die Fraktionsvorsitzenden des Kreistags haben ihren ausdrücklichen Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgesprochen.“
Die Hygienevorschriften werden in der gesamten Landkreisverwaltung so gut wie möglich umgesetzt. Wo der Mindestabstand im Einzelfall nicht eingehalten werden kann, werden Schutzmasken eingesetzt.
 
Medizinische Infrastruktur
Die Beschaffung von Schutzausrüstung läuft zufriedenstellend. Mit Ausnahme von Schutzanzügen sind alle Materialien problemlos lieferbar.
In den Senioren- und Pflegeheimen im Landkreis ist die Situation stabil. Quarantäne-Maßnahmen bestehen noch in Häusern in Blaufelden, Gerabronn und Gründelhardt.
 
Schulen in Trägerschaft des Landkreises
Im Landkreis Schwäbisch Hall beginnt für die Berufsschulzentren Schwäbisch Hall und Crailsheim sowie für die Fröbelschule Ellrichshausen ab 04.05.2020 der eingeschränkte Unterrichtsbetrieb. Der stufenweise Einstieg der Schulen in den Präsenzunterricht beginnt mit Schülerinnen und Schülern, für die Abschlussprüfungen anstehen, sowie
mit den Schülerinnen und Schülern der Prüfungsklassen der beruflichen Schulen.
Die Gewerbliche Schule in Schwäbisch Hall startet die Beschulung der diesjährigen Prüfungs-/Abschlussklassen sowie die Durchführung und Abwicklung der entsprechenden Prüfungen aller verschiedenen Schularten mit knapp 500 Schülern in 39 Abschlussklassen. Das bedeutet, das ca. ein Drittel der Schüler wieder vor Ort unterrichtet wird.
Nähere Informationen unter www.gbs-sha.de.
Die Kaufmännische Schule in Schwäbisch Hall erwartet etwa 160 Schülerinnen und Schüler aus Vollzeitklassen sowie ca. 120 aus Teilzeitklassen. Nähere Informationen unter www.kbs-sha.de.
An der Sibilla-Egen Schule in Schwäbisch Hall werden ab dem 04.05.2020 ca. 160 Schülerinnen und Schüler wieder unterrichtet. Weitere Informationen unter
www.sibilla-egen-schule.de

Die Gewerbliche Schule in Crailsheim startet für 243 Vollzeitschüler und 70 Teilzeitschüler und unterrichtet nur in den Prüfungsfächern. Teilzeitschüler werden voraussichtlich nur 1 x pro Woche vor Ort unterrichtet.  Eine genaue Verteilung der Schüler über die Wochentage ist derzeit in Arbeit. Näheres unter www.gscr.de.
Die Kaufmännische Schule in Crailsheim wird 107 Teilzeitschüler (Berufsschüler) aus 7 Klassen und 176 Vollzeitschüler (Wirtschaftsgymnasium, Berufskolleg, Wirtschaftsschule) aus 9 Klassen beschulen. Die Berufsschüler werden hauptsächlich mittwochs anwesend sein. Die Vollzeitschüler montags, dienstags, donnerstags und freitags, um eine zahlenmäßige Verteilung zu erreichen. Zusätzliches unter: www.kscr.de
Die Eugen-Grimminger-Schule in Crailsheim wird am 04.05.2020 mit ca. 220 Schülerinnen und Schülern der Prüfungsklassen starten. Weiteres unter www.eugen-grimminger-schule.de.
Die Fröbelschule Ellrichshausen (Förderschwerpunkt geistige Entwicklung) beginnt ab 04.05.2020 mit den Schülern der Berufsschulstufe und der BVE-Klasse (berufsvorbereitend) den Unterrichtsbetrieb. Die Berufsschulstufenschüler werden in Gruppen zu je dritt vor Ort zunächst 4 Stunden täglich unterrichtet. Weitere Informationen: www.froebelschule-ellrichshausen.de.
 
Öffentlicher Personennahverkehr
In Bus, Bahn, RufBus sowie an Haltestellen ist das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung seit dem 27.04.2020 Pflicht. Einmal-Masken stellt der KreisVerkehr Schwäbisch Hall bei Bedarf zur Verfügung. Diese sind kostenlos in den KreisVerkehr-KundenCentern Schwäbisch Hall und Crailsheim, als auch im Landratsamt Schwäbisch Hall in der Münzstraße und im Karl-Kurzareal, sowie bei den Verkehrsunternehmen erhältlich. Ab 04.05.2020 werden die Buslinien im Landkreis wieder regulär verkehren, wobei auch so gut wie möglich der versetzte Unterrichtsbeginn berücksichtigt wird.
Der Verkauf von Fahrkarten in den Bussen ist noch nicht wieder möglich. Umfangreiche Hinweise gibt die KreisVerkehr Schwäbisch Hall GmbH auf ihrer Internetseite www.kreisverkehr-sha.de.
  
Abfallentsorgung
Bei der regulären Müllabfuhr mussten wegen der Corona-Pandemie keine Abstriche, z. B. wegen Personalausfällen, gemacht werden. Die Abfuhrtermine laut Abfallkalender wurden eingehalten. Inzwischen konnten weitere gemeindebetriebene Sammelplätze für Baum- und Strauchschnitt im Landkreis geöffnet werden. Der Betrieb auf den geöffneten Wertstoffhöfen des Landkreises läuft trotz Wartezeiten geordnet ab.
 
Wirtschaft
Die WFG des Landkreises informiert weiterhin schnell und zielgerichtet - abgestimmt mit den heimischen Banken, dem Gesundheitsamt und der Agentur für Arbeit - und unterstützt die Unternehmen bei der Krisenbewältigung. Alle aktuellen Informationen rund um die wirtschaftlichen Fragen in der Corona-Krise finden sich auf www.wfgsha.de. Die Hotline ist ganztägig unter der 07904 945 99-25 zu erreichen. Kostenfreie Finanzsprechstunden werden weiterhin angeboten.
 
Die Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim informierte am 30.04.2020 in einer Pressemitteilung über die Entwicklung im Agenturbezirk: Die Auswirkungen der Corona-Krise zeichnen sich bereits in der Arbeitsmarktstatistik klar ab. Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die Arbeitslosenquote bei 3,3 % (Vormonat 2,8 %). Im April waren 3.768 Menschen arbeitslos gemeldet, 545 oder 16,9 % mehr als im März und 751 (plus 24,9 %) mehr als im Vorjahresmonat. 1.141 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 597 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.
Die Anzeigen auf Kurzarbeit im gesamten Agenturbezirk, die aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise eingehen, sind drastisch angestiegen. Seit März sind bei der Agentur für Ar-beit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 4.766 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 88.737 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es sieben Anzeigen für 558 Personen. Es sind weitgehend alle Branchen betroffen. Metall- und Maschinenbau, Transport/Logistik, Hotel- und Gaststättengewerbe, Einzelhandel, Tourismus bis hin zu öffentlichen Einrichtungen.
Die Agentur für Arbeit stellt aber auch fest, dass die Betriebe trotz Corona erst einmal an ihren geplanten Ausbildungen mit Beginn 2020 festhalten. Seit Oktober wurden der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 4.872 freie Berufsausbildungsstellen im Agenturbezirk gemeldet. Als Bewerber für einen Ausbildungsplatz haben sich 2.653 Jugendliche gemeldet, 8,2 % weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat. Rein rechnerisch kommen auf einen Bewerber 1,8 Ausbildungsstellen.
 
„Wir haben in den vergangenen Wochen durch eine gewisse Stabilität der Fallzahlen bei Corona-Erkrankungen eine Verbesserung der Situation wahrnehmen können. Dass nun die ersten Geschäfte wieder geöffnet haben und uns ein Gefühl der Normalität wiederbringen, birgt aber auch die Gefahr der Nachlässigkeit, was das Kontaktverbot und das Einhalten von Abständen betrifft.“, gibt Landrat Bauer zu bedenken. „Ich appelliere deshalb an die Menschen in unserem Landkreis, sich auch weiterhin an die vorgegebenen Pflichten und Gebote zu halten, eine Maske in Geschäften sowie im ÖPNV aufzusetzen und sich strikt an die Abstandsregeln zu halten. Wir müssen nun alle konsequent bleiben, um die erreichten Verbesserungen nicht aufs Spiel zu setzen und die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.“
 
Erneut spricht der Landrat allen seinen Dank aus, die in der Krise aktiv daran mitwirken, die Herausforderungen und negativen Folgen zu bewältigen. „Durch ihre hervorragenden Leistungen, Ideen oder Initiativen bringen Sie uns immer wieder Lichtblicke in dieser Zeit.“

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