Neues aus dem Landkreis
Nachhaltigkeit zum Anfassen: Balkon-PV-Upcycling-Workshop an der Gewerblichen Schule Crailsheim

Erstelldatum01.06.2026
Wie lassen sich Klimaschutz, Ressourcenschonung und praktische Bildung sinnvoll verbinden?
Wie sich Klimaschutz, Ressourcenschonung und praktische Bildung sinnvoll verbinden lassen, zeigte ein besonderer Workshop an der Gewerblichen Schule Crailsheim: Beim Balkon-PV-Upcycling-Projekt wurden ausgediente Photovoltaik-Module zu neuen, kleinen Solaranlagen für den eigenen Balkon umgebaut.
Die verwendeten PV-Module stellte das Klimazentrum Schwäbisch Hall zur Verfügung. Diese stammen aus früheren Dachanlagen, deren Förderung ausgelaufen ist. Seit seiner Gründung im Jahr 2003 hatte die Energieagentur des Landkreises zahlreiche Photovoltaikanlagen – zeitweise über 60 – vor allem auf kommunalen Gebäuden installiert. Die Einspeisevergütung bildete eine wichtige Grundlage für die Arbeit der Energieagentur und finanzierte unter anderem kostenlose Energieberatungen für Bürgerinnen und Bürger. Nun müssen viele dieser Anlagen nach und nach zurückgebaut werden, obwohl die Module technisch weiterhin intakt sind. Anstatt diese zu entsorgen, entstand die Idee des Upcyclings: In Workshops sollen die Module weiterverwendet und zu sogenannten Balkonkraftwerken umgebaut werden.
Schulleiter Andreas Petrou begrüßte die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung des Projekts: „Die Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein zentraler Bestandteil unseres schulischen Auftrags. Projekte wie dieses zeigen ganz konkret, wie Theorie und Praxis sinnvoll zusammenwirken können.“
Die fachliche Einführung übernahmen Caroline Schöner und Vincent Clarke vom Klimazentrum. In einem Impulsvortrag erklärte Clarke die Grundlagen von Photovoltaik sowie den Aufbau eines eigenen Balkonkraftwerks – die Basis für den anschließenden Praxisteil.
In der Kfz-Werkstatt und auf dem Schulhof setzten die Schülerinnen und Schüler der 1BFE (einjährige Berufsfachschule Fachrichtung Elektrotechnik) sowie der E2EG (Berufsschulklasse des Berufes Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik im zweiten Lehrjahr) das Gelernte direkt um: Unter Anleitung der Lehrkräfte Jörg Hoffmann, Matthias Bross und Daniel Ehrmann wurden die Module geprüft und gereinigt, Metallgestelle gefertigt und Verkabelungen erstellt. Am Ende wurden die Anlagen erfolgreich getestet. Insgesamt entstanden acht funktionsfähige Balkon-PV-Anlagen. Diese werden unter interessierten Schülerinnen und Schülern verlost, zusätzlich wird eine Anlage dauerhaft auf dem Schuldach installiert.
Auch Landrat Gerhard Bauer zeigte sich begeistert von der Initiative: „Diese Aktion trägt zum Klimaschutz bei und vereint auf vorbildliche Weise mehrere nachhaltige Ansätze: Upcycling statt Entsorgung, den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien im Landkreis sowie praxisnahe Bildung im Bereich Solarenergie und nachhaltige Entwicklung.“
Geplant ist, das Projekt auf weitere Schulen im Landkreis auszuweiten. Perspektivisch könnte das Angebot auch für Privatpersonen geöffnet werden, um noch mehr Menschen für die Nutzung erneuerbarer Energien zu begeistern. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie vorhandene Ressourcen sinnvoll weitergenutzt und gleichzeitig junge Menschen für Klimaschutz und Technik sensibilisiert werden können – ein Gewinn für Schule, Gesellschaft und Umwelt gleichermaßen.