Landkreis Schwäbisch Hall

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Jugend-Sucht-Beratungsstelle des Landkreises engagiert sich am bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht

[Artikel vom 14.10.2020]

Am 30. September 2020 fand der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt. Baden-Württemberg beteiligte sich daran bereits zum zehnten Mal in Folge. Verschiedene Aktionen und Veranstaltungen, organisiert von den Suchtberatungsstellen und kommunalen Suchtbeauftragten in den Stadt- und Landkreisen, machten die Bevölkerung am Aktionstag auf die Gefahren von Spielsucht und auf Hilfsangebote aufmerksam.

Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2019 zum Glücksspielverhalten in Deutschland kommt zu dem Schluss, dass rund 75% der Befragten im Alter von 16 bis 70 Jahren bereits Erfahrungen mit Glücksspiel gemacht haben. Allein 37,7% der Befragten haben in den vergangenen 12 Monaten an mindestens einem Glücksspiel teilgenommen, womit ein leichter Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren zu verzeichnen ist.

Für die meisten Menschen bleibt Glücksspiel ohne negative Folgen. Dennoch kommt es immer wieder zu problematischem Verhalten bis hin zu einer Suchtentwicklung. Aktuelle Schätzungen gehen von ca. 229.000 problematisch und ca. 200.000 wahrscheinlich pathologisch Glücksspielenden in Deutschland aus. Für Betroffene und ihre Angehörigen kann das Glücksspiel den Alltag bestimmen. Betroffene sind stark vom Glücksspiel eingenommen, spielen mit immer höheren Einsätzen oder versuchen, erlittene Verluste durch erneutes Glücksspiel auszugleichen. Bei keiner anderen Abhängigkeitserkrankung ist das Risiko einer Verschuldung und finanziellen Schieflage so hoch wie bei der Glücksspielsucht. Auch die Familien der Betroffenen sind häufig von der Sucht betroffen. Arbeitslosigkeit, Verlust der Wohnung, Brüche in Beziehungen und in der Familie sind mögliche Folgen einer Glücksspielsucht.
„Der Aktionstag soll Aufmerksamkeit auf die Gefahren des Glücksspiels und dessen Fol-gen lenken. Während der grassierenden Corona-Pandemie kann der Anreiz von illegalem Online-Glücksspielangeboten besonders groß sein, zumal Spielbanken und Spielhallen vorübergehend geschlossen waren. Deshalb ist Aufklärungsarbeit im Moment von enormer Bedeutung“, so Gesundheitsminister Manne Lucha.

Die Jugend-Sucht-Beratungsstelle besuchte am 30. September und 01. Oktober mehrere Klassen des Berufsschulzentrums Crailsheim, um über die Glücksspielproblematik zu informieren und sich mit den Schüler*innen auszutauschen. Neben der Vermittlung von Wissenswertem zum Thema und einem Austausch über mögliche Gründe und Folgen von Glücksspiel, berichtete ein ehemaliger Glücksspielabhängiger von seinen folgenschweren Erfahrungen. Sein Fazit: Aus heutiger Sicht wäre es für ihn wichtig gewesen, sich so frühzeitig wie möglich jemandem anzuvertrauen und sich Hilfe zu suchen.

Unterstützung und Hilfsangebote erhalten Sie im Landkreis kostenlos und unter Berück-sichtigung der Schweigepflicht bei der Jugend-Sucht-Beratungsstelle (bis zum 27. Lebensjahr) sowie der Psychosozialen Beratungsstelle der Diakonie (ab dem 28. Lebens-jahr) jeweils in Crailsheim, Gaildorf und Schwäbisch Hall. Die Kontaktadressen sind unter suchthilfe-sha.de zu finden.

Hinweis

Die Inhalte werden vom Landratsamt Schwäbisch Hall gepflegt. Bei Fragen oder Anregungen bitte an das Landratsamt Schwäbisch Hall wenden.

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